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April - Mitte Mai 2009

So nun kommt endlich der Blog über die letzten 2 Monate…

Also ich fange einmal bei Ostern an: An Gründonnerstag und Karfreitag bin ich nach Sun City in North-West gefahren – das ist so zusagen das kleine Las Vegas von Südafrika (deswegen auch die Umwandlung von „Sin“ zu „Sun City“)…war sehr cool und ich habe sogar nachdem ich das erste mal wirklich gegambelt habe (also an einem Spielautomat mein Glück versucht habe) ganze 500 Rand gewonnen (ca. 50€), aber da ich ja kein Zocker bin, habe ich dann auch schön aufgehört und davon den Abend finanziert;-) Das einzige Enttäuschende dort ist, dass es nur einen, ich betone „einen“, Pokertisch gibt!!! An welchem man auch nur gegen den Dealer spielen kann – also kein großer Spaß, sondern nur als Zeitvertreib anzuerkennen und da man da auch schon eine relativ Hohe Summe einzahlen muss, damit man überhaupt mehr als 50 Cent zu gewinnen, habe ich das dann gelassen und nur ein wenig zugeguckt, was allerdings wirklich nicht das spannendste war;)

An dem Samstag ist Simon wieder zurück nach Johannesburg gekommen und dadurch, dass Thembisile in Durban war, haben wir eine Menge Geld für Taxi fahren ausgegeben, da wir ja nicht das lange Wochenende zu Hause rumsitzen wollten. Somit ging es ins Kino, zum Zoo Lake, um auch mal ein bisschen draußen zu sein, Angela & Brent besuchen und schließlich noch einmal ins Kino…tjoa und dann war Ostern auch schon vorbei und da wir ja leider keine Schüler mehr sind durften wir keine 2 Wochen Urlaub genießen, sondern mussten wieder zur Arbeit.

Simon ist somit nun auch wieder komplett zurück in Johannesburg und nun sind wir zu fünft in der 2-Schlafzimmerwohnung…d.h. Simon schläft nun in meinem alten Zimmer, Lunga weiterhin im Wohnzimmer und Thembisile, Nombu und ich in dem anderen Schlafzimmer…da es schon ein wenig eng ist, wollten Simon und ich uns eigentlich eine Wohnung suchen, aber da die Preise der Wohnungen in Johannesburg wirklich um einiges höher sind als in anderen Städten Südafrikas, haben wir dann doch aufgegeben und Thembisiles Angebot weiter hier zu wohnen angenommen. Nicht die perfekte Lösung, aber man schlägt sich so durch;-) Ne ganz so schlimm ist es nicht und dadurch dass Lunga nun jede 2 Woche Nachtschicht hat und ich seit dem letzten Monat auch mit der Arbeit von Zeit zu Zeit weg bin geht das. Weil ich mich soweit echt gut mit Nombu und Lunga verstehe, ist das enge auf einander leben kein Problem (da Nombu erst 12 ist kann man eigentlich jeden Schwachsinn mit ihr machen und mit Lunga unterhalte ich mich immer über seine Frauengeschichten - sehr lustig; v.a. da es hier ja nicht unnormal ist mehrere Freundinnen oder Freunde gleichzeitig zu haben, wovon die jeweiligen Partner aber natürlich nichts wissen).

An dem nächsten Wochenende machten wir uns (d.h. Thembisile, Simon, 2 Arbeitskolleginnen und ich) auf den Weg nach Uitrecht in KZN, wo mein Abteilungsleiter und eine Arbeitskollegin heiraten sollten. Nach ewig langer Zeit habe ich mich mal wieder durchgedrungen ein Kleid zu tragen;-) Es war aber wirklich total schön, super Wetter, so dass die Zeremonie auf dem Golfplatz des Game Reservats stattfand. Danach ging es dann in ein großes Zelt und nach kurzen Ansprachen ging die Party richtig los. Es war wirklich sehr, sehr cool und ich freue mich schon auf die nächste Hochzeit die kommen sollte;-)

In der Woche war dann wieder schön Arbeitsalltag angesagt, d.h. etliche Formen für ein Learnership, das loveLife für groundBREAKER organisiert hat, nachgucken und korrigieren, ansonsten an der Database über lLs Freiwillige weiterarbeiten etc…. (seitdem Mimi zu einem anderen Department gewechselt hat, bin ich dafür quasi zuständig).

Und schon stand auch Thembisiles Geburtstag vor der Tür – da haben wir uns gedacht, dass wir alle (d.h. Lunga, Nombu, Simon und ich) mit ihr ins Theater zu „Umoja“ zu gehen. Das ist ein Musical, in dem es über die verschiedenen Kulturkreise, Veränderungen im Land und die unterschiedlichsten Persönlichkeiten in Südafrika geht. Das war echt lohnenswert v.a. weil man viele traditionelle Tänze, Outfits und die Musikentwicklung miterleben konnte. Also wenn das nochmal nach Deutschland kommen sollte, kann ich es echt nur empfehlen.

Ab Anfang Mai ging es dann auch für mich endlich raus aus dem Büro und ich habe den einen oder anderen Trip arbeitsbedingt gemacht. Zunächst ging es nach Mpumalanga und Limpopo, wo ich mit einer Arbeitskollegin Y-Centres besucht haben, um dort mit den groundBREAKERN und Mpintshis zu sprechen wie man die jeweiligen Programme verbessern kann. Somit hielten wir mit jeder Gruppe ca. 2-3 Stunden Gespräche um von deren Einstellung über das Training und deren Entwicklung bis zur Vertragsende das Freiwilligenprogramm zu evaluieren. Diese Arbeit macht echt total Spaß, v.a. weil man verschiedene Y-Centre sieht (man merkt wirklich, dass ich in P.E. bei dem am wenigsten entwickelten gelandet war), direkten Kontakt mit südafrikanischen Freiwilligen hat und unsere Recherchen hoffentlich deren Arbeitsumfeld noch zu verbessern. Als wir in Limpopo in Tzaneen waren, haben wir in einem extrem schönen Hotel geschlafen und ich konnte es kaum fassen endlich mal mehr als 4 Fernsehkanäle, wieder ein eigenes Zimmer mit bequemen Bett (auch wenn es nur für eine Nacht war) zu haben und einfach nur zu genießen;-)

Anfang Mai sind Simon und ich noch einmal runter nach Port Elizabeth gefahren, da wir dort eine „Cleansing Ceremony“ mit dem Y-Centre und alten Arbeitskollegen haben sollten. Eine Cleansing Ceremony ist eigentlich ein traditioneller Akt bei dem man alle Parteien von Schlechten Dingen, die passiert sind, reinigen soll….Gott sei Dank war dieses aber doch nicht so traditionell wie ich gedacht habe, es wurde keine Kuh geschlachtet oder sonst irgendetwas, sondern es hat eher jeder kurz erzählt, was er aus der Zeit, in der wir dort gewohnt und gearbeitet haben, mitgenommen hat. Somit war es eher ein kleiner Abschluss. Das Wochenende bin ich dann noch bei meiner alten Gastfamilie geblieben – als ich nach der Zeremonie dort hin kam, waren meine Gasteltern gerade dabei einen „Kuh-kopf“ zu schlachten, da sie nun einen kleinen Shop im Haus aufgemacht haben (d.h. standardmäßig mit Süßigkeiten, Zigaretten und Eis), und nun das Fleisch auch verkaufen wollten – solche kleinen Läden hat eigentlich fast jedes 7. Haus im Township, da man von dem normalen Gehalt (vorausgesetzt man hat einen Job) kaum für die Familie sorgen kann und somit jeder versucht in irgendeiner Weise noch ein bisschen Geld nebenbei zu verdienen – aber ich meine ein bisschen frisches Fleisch von der Kuh ist dann doch schon etwas ausgefalleneres.

Obwohl ich ein bisschen skeptisch nach P.E. gefahren bin – weiß auch nicht warum – war es total schön alle noch einmal wieder zu sehen und wieder ein bisschen Township-leben mitzubekommen. Da ich tagsüber nicht die ganze Zeit bei denen zu Hause hocken wollte, bin ich an einem Tag zu einem Event vom Y-Centre gegangen und am anderen zu Simons alter Gastfamilie, wo die Mutter dann einen übelsten Aufwand gemacht hat, damit ich mich wie zu Hause fühle – eigentlich wird ja immer erst abends warm gegessen, aber da ich nun tagsüber da war, haben sie schon früher einen Braai gemacht und draußen die Bänke so geschmückt, dass es aussah als wenn man in einem Wohnzimmer auf einem Sofa sitzen würde – ein bisschen übertrieben, aber sie meinte es ja nur gut – ich hoffe ich konnte ihr klar machen, dass ich mich auch bei weniger wie zu Hause fühle;)

Am Freitag und Samstag bin ich dann wie gewohnt;-) mit meinem Gastbruder Koko und dessen Kumpels in die größte und wohl beliebteste Taverne Motherwells gegangen das „Mondes“ – es war mal wieder mehr als lustig. Ich habe eigentlich alle Leute mit denen ich etwas in P.E. zu tun hatte oder mit denen ich Silvester gefeiert habe dort getroffen und irgendwann ging es dann soweit das die Jungs meinten in der Taverne zu tanzen (eigentlich ist dass eher eine chillige Taverne, wo man ein bisschen etwas trinkt, sich unterhält und der Jazzmusik im Hintergrund lauscht) – aber naja nach großem Zwang musste ich dann auch noch mit meinem Gastbruder tanzen, was mir natürlich überhaupt nicht gefiel, da wir ja so schon aufgefallen sind, da ich die einzige Weiße war, aber als ich dann noch angefangen habe zu tanzen ging das Spektakel natürlich los;-) – nein, ganz so schlimm war es nicht;-). Als wir dann am 2. Abend wieder gekommen sind, kam der Besitzer zu uns, um sich mit mir zu unterhalten und meinte dann dass ich ja eine seiner Stammkundinnen wäre – ja ne ist klar ich war nach 5 Monaten mal wieder 2 mal da, nenene. Was noch viel lustiger war, dass er doch dann meinte seinen Sohn anzurufen, damit dieser mit mir sprechen solle, da er schon einmal in Deutschland war - tja dann habe ich halt mit diesem am Telefon kurz gesprochen, allerdings verstehe ich immer noch nicht den Sinn darin….zu liebe meiner Gastschwestern bin ich dann bevor ich am Sonntag Nachmittag wieder zurück mit dem Bus nach Jozy gefahren bin (Simon ist noch eine Woche länger geblieben) noch mit ihnen in die Kirche gegangen. Und schon saß ich in einen 3-stündigen Gottesdienst, der komplett auf Xhosa gehalten wurde – und da ich ja eher gar nichts verstehe, kam mir dieser noch um einiges länger vor. Erst als der Pastor nach neuen Mitgliedern der Kirche gefragt hat, diese nach vorne gebeten hat und ich mich diesen anschließen sollte, wurde es etwas interessanter für mich und es wurden 1-2 Wörter auf Englisch gesprochen. Nachdem die 6 neuen Kirchenmitglieder mit Namen und Anschrift der Gemeinde vorgestellt wurden, meinte der Pastor, dass ich mich doch bitte vorstellen sollte. Eigentlich wollte ich mich einfach zur Gemeinde umdrehen und dieses tun, doch er bat mich an seinen Priesterpult zu gehen und von dort doch meine „Rede“ zu schwingen – meine Gastschwestern haben mich nach dem Gottesdienst ein bisschen geneckt, dass ich nun den neuen Priester spielen würde, wenn ich schon am Priesterpult Platz nehme, nenene – das war mal wieder ein Erlebnis...

Nach diesem ereignisreichen Wochenende ging es in Joburg zunächst wieder etwas ruhiger zu – arbeiten, früh schlafen und wieder arbeiten;-) Auch das kommende Wochenende war eher ruhiger; außer dass ich Sonntag mit Nombu mit dem Taxi zu einer Shoppingmall gefahren bin, um ein bisschen shoppen zu gehen (komischer Weise hat Thembisiles Drang jedes Wochenende einkaufen zu gehen nachgelassen;)) und einen Film zu schauen. Dafür ging es am 16. Mai dann wieder ein wenig feiern, da nämlich eine andere Freiwilligen-WG in Pretoria eine „Bad-taste“ Party geschmissen hat – d.h. jeder sollte möglichst schlecht gekleidet zu der Feier kommen – wie Lunga sagen würde „So eine Idee kann auch nur von Weißen kommen“ – aber nicht nur wir Deutsche haben uns an die Kleiderordnung gehalten, sondern auch die Südafrikaner kamen (zwar ein wenig dezenter aber) verkleidet zur Feier. Es war echt total lustig und da wir dort dann auch übernachtet haben, konnte ich am nächsten morgen mal eine Stunde in der Sonne genießen. Habe mich dann auf deren Innenhof gesetzt und gelesen – das war schon echt etwas schönes, da ich ja in Jozy keinen Platz draußen zum sitzen habe und unser Balkon auch um keine Tageszeit Sonne abbekommt - aber diese Zeiten sind jetzt auch sowieso vorbei, da es Winter in Südafrika ist :-( - Nachts ist es echt richtig kalt und tagsüber werden es auch kaum noch 20°, naja aber wenigstens scheint die Sonne fast immer….trotzdem beneide ich euch ein bisschen um den Sommer – also nicht wundern, wenn ich am 24.08. total weiß am Flughafen stehe - auch der Fakt, dass ich ja eigentlich in Afrika bin, bringt da eher weniger…

…to be continued

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